Monika Gippert und Jochen Gippert werden Senioren-Europameister

Monika Gippert ist die derzeit beste europäische Mittelstrecklerin in der W55. Bei den Leichtathletik-Senioren-Europameisterschaften im dänischen Aarhus sicherte sich die Bergisch Gladbacherin die Titel über 800m und 1500m. Den 1500m-Wettbewerb am ersten Meisterschaftswochenende gewann Monika Gippert vom Start weg an der Spitze laufend in 5:12,72 Minuten mit einem Riesenvorsprung vor der Zweitplazierten Karen Brooks (Großbritannien, 5:20,92 Minuten) und der Bronzemedaillengewinnerin Patricia Marechet (Frankreich, 5:27,09 Minuten).

Auch über 800m war Monika Gippert nicht zu bezwingen. Als Zweite des zweiten Vorlaufs in 2:53,06 Minuten lief sie nur die sechstschnellste Zeit, schonte aber ihre Kräfte. Im Finale übernahm die Läuferin des TV Herkenrath vom ersten Meter an die Initiative und legte mit 74 Sekunden über 400 Meter ein schnelles Anfangstempo vor. Nach 600 Meter konnte sie sich dann entscheidend von den Verfolgerinnen absetzen und gewann in 2;33,93 Minuten vor der Schwedin Wahlstedt (2:35,04 Minuten) und der Britin Brooks (2:36,07 Minuten). „Ich bin so glücklich. Die letzten 30m waren sehr hart, aber meine Taktik ist aufgegangen. Ich wollte ein schnelles Rennen, um nicht am Schluss überspurtet zu werden.“

Namensvetter Jochen Gippert war in Aarhus der schnellste europäische Senior über 100m. Im Finale der M40 sprintete der 40jährige bei einem Gegenwind von 1,4 Metern/ Sekunden ausgezeichnete 10,99 Sekunden und gewann den Europameistertitel vor dem großen Favoriten, dem Hallenweltmeister dieses Jahres über 60m und 200m, TJ Ossai (Großbritannien), der in 11,04 Sekunden einkam. Niemand, auch nicht der Europameister der jüngeren M35, lief in Aarhus schneller als Jochen Gippert. „Das hat gepasst! TJ wirkte vor dem Finale sehr viel angespannter als bei unseren bisherigen Begegnungen. Meine Siege gegen ihn Mitte Juli in Brüssel und im Semifinale von Aarhus (Anmerkung: Gippert gewann das Semifinale in 11,04, Ossa lief 11,12) hatten mir sehr viel Selbstvertrauen gegeben und ihn nervös gemacht. Ich bin wieder einmal optimal aus den Blöcken gekommen, hatte eine tolle Beschleunigung, bei 80 Metern habe ich TJ im Augenwinkel gesehen. Aber er kam nicht mehr näher,“ kommentierte Jochen Gippert seinen Titelgewinn.

Gippert war an Position zwei auch maßgeblich an der Silbermedaille der deutschen 4x 100m Staffel M40 beteiligt. Bis zum dritten Wechsel lag die deutsche Staffel mit Matthias Rotzler, Gippert, Michael Erfmann und Oliver Seibel deutlich vor dem großen Favoriten Großbritannien, am Ende hatten allerdings die Briten mit 43,86 Sekunden gegenüber 44,11 Sekunden die Nase vorn.

Ein wenig enttäuscht war Kolja Ewert nach seinem sechsten Platz über 800m der M45 in 2:05,66 Minuten. Der TVH-Langsprinter, der in diesem Jahr bereits 2.02,27 Minuten gelaufen war, hatte mit 28 Sekunden über 200m, 60 Sekunden über 400m und 1:30 Minuten über 600m für ein flottes Anfangstempo gesorgt, musste dann allerdings einen Gegner nach dem anderen passieren lassen. Der Titel ging in 2:02,73 Minuten an den Spanier Miguel Balague Rubio.

In der deutschen 4x 400m-Staffel der M45 gelang Ewert allerdings noch ein versöhnlicher Abschluss der Europameisterschaften. Gemeinsam mit Matthias Bansa, Jörg Ritter und Bernd Lachmann gewann der 46jährige die Bronzemedaille hinter dem siegreichen Team aus Schweden und Großbritannien.